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Geschichte der Stiftung

Die Niederländische Gemeinde Augsburger Confession A.C. wurde 1585 von Glaubensflüchtlingen aus Antwerpen als mitgliedschaftlich verfasster Almosenkasten gegründet. Das Vermögen der Gemeinde speiste sich aus regelmäßigen Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Legaten und Erbschaften aus dem Kreis ihrer Mitglieder.

Aus dem Almosenkasten wurden nicht nur verarmte eigene Gemeindemitglieder unterstützt, sondern die Gemeinde hat sich in der Stadt auch in vielfältiger Weise „mildtätig" gezeigt und sozial engagiert.

Im Jahre 1998 wurde der Almosenkasten der Gemeinde in eine Stiftung überführt. Zweck der Stiftung Niederländische Gemeinde A.C. (Stiftung NGAC) ist es gemäß ihrer Stiftungsverfassung, „selbstlos durch Geld- oder Sachzuwendungen gemeinnützige oder mildtätige Zwecke zu verfolgen".

Beispiele von Mildtätigkeit zeigte die Niederländische Gemeinde während des Dreißigjährigen Krieges, als Frankfurt in den Jahren um 1636 von der Pest heimgesucht wurde. Dem Hospital war es nicht möglich, die Kranken und Armen alleine zu versorgen. Darauf hin beschlossen die Ältesten und die Diakone der NGAC, die städtischen Armen einige Monate lang an jeweils drei Tagen der Woche zu speisen. Sonntag und Mittwoch wurde Brot und Fleisch, an Freitagen Suppe und Brot verteilt. Die Kranken wurden mit besonderer Kost versorgt. Auf diese Weise wurden an manchen Tagen über 2000 Menschen gespeist.

Die Gemeinde half in den Jahren 1732-1734 mit finanziellen Zuwendungen auch beim Durchzug der lutherischen Glaubensflüchtlinge aus Salzburg und Berchtesgaden.

Unterstützung fanden lutherische Witwen oder „Verlassene" sowie Waisen, die im Waisenhaus der Gemeinde Aufnahme fanden und denen eine Ausbildung oder ein Studium finanziert wurde.

Zwischen 1949 und 2001 wurden von der Niederländischen Gemeinde (umgerechnet) rund 700.000 Euro vor allem für karitative Projekte ausgeschüttet. Bedacht wurden:

Heute haben sich die Voraussetzungen für finanzielle Unterstützungen und Förderungen grundlegend gewandelt. Die Unterstützung bedürftiger Mitglieder ist nur noch in Ausnahmefällen erforderlich. Es gilt, den veränderten Gegebenheiten der heutigen Zeit Rechnung zu tragen. Die karitativen und kulturellen Zwecken verpflichtete Vergabepolitik der NGAC-Stiftung orientiert sich nach wie vor an den Wurzeln und der Tradition der Niederländischen Gemeinde, stellt sich dabei aber neuen, drängenden Problemen der heutigen Zeit.

Im 16. Jahrhundert fanden unsere Vorfahren als Glaubensflüchtlinge Aufnahme in der Stadt Frankfurt. Nach Deutschland strömen auch heute zahllose politische, Bürgerkriegs- und Glaubensflüchtlinge sowie Arbeitsemigranten, deren Integration uns vor gewaltige Herausforderungen stellt. Die Integration dieser Menschen kann nicht nur vom Staat und den Kommunen geleistet werden, sondern es ist auch bürgerschaftliches Engagement gefordert.

In den Frankfurter Schulen – insbesondere in den Grund- und Hauptschulen – sind je nach Stadtteil bereits zwischen 40 und 90% der Kinder ausländischer oder nicht-deutschsprachiger Herkunft. In vielen Schulen wird bewundernswerte Arbeit geleistet, von engagierten Lehrern, Eltern und unter Einbeziehung ehrenamtlicher Tätigkeit. Das gleiche gilt für eine Reihe engagierter Vereine, die sich um die Integration von Kindern und Jugendlichen bemühen. Je früher damit begonnen wird, desto größer sind hier die Erfolgsaussichten.

In Erinnerung an das Flüchtlingsschicksal der Gründer der Niederländischen Gemeinde sollen daher solche Projekte unterstützt werden, die sich die Förderung und Integration von Zuwandererkindern sowohl in sprachlicher als auch in sozialer Hinsicht zur Aufgabe gemacht haben. Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation und eine der wichtigsten Voraussetzungen für den schulischen und beruflichen Erfolg. Kinder, die in ihrer Familie wenig Sprachanregungen erhalten, sind in ihrer Entwicklung häufig benachteiligt. Daher ist es wichtig, dass in außerfamiliären Lernorten eine gezielte Sprachförderung erfolgt.

Bei den Zuwendungen handelt es sich um Zusatz-Förderungen, insbesondere zu Projekten, in denen bereits ehrenamtliche Arbeit geleistet wurde. Das heißt: Wir wollen nicht an die Stelle institutioneller Förderung treten, sondern Projekte oder Maßnahmen dort unterstützen, wo staatliche oder städtische Förderung nicht oder noch nicht vorhanden ist oder aber nicht ausreicht, um gewünschte Ziele zu erreichen.

        Gefördert wurden:

            2002

            2003

           2004

           2005

           2006

           2007

Darüber hinaus unterstützt die Stiftung NGAC einige Alumnen aus ihren eigenen Reihen und fördert laufend die Frankfurter Bürgerstiftung, zu deren Aufgaben die wissenschaftliche Erforschung und Darstellung der Geschichte Frankfurter Bürger, ihrer vielfältigen Initiativen, Institutionen und Stiftungen gehört.