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Zeitleiste

Reformation in Antwerpen Reformation in Frankfurt am Main Ereignisse in Deutschland und der Welt
        1483 Geburt Luthers.
        1484 Geburt Zwinglis.
        1517 Martin Luthers Thesen gegen den Ablasshandel.
1519 Der Probst Jakob Spreng, Prior des Antwerpener Augustinerklosters, verkündet mit seinen Augustiner-Mönchen die Lutherische Lehre in Antwerpen.        
    1521 Martin Luther nimmt auf dem Hin- und Rückweg zum und vom Reichstag in Worms in Frankfurt a. M. Quartier und empfängt Gunstbeweise vor allem aus den Kreisen des Frankfurter Patriziats.    
    1522 Der Frankfurter Rat gestattet die erste lutherische Predigt.    
    1525 Der Rat stellt erstmals zwei evangelische Prediger an.    
        1530, 25. August Auf dem Reichstag zu Augsburg präsentieren evangelische Fürsten und Abgesandte zweier Reichsstädte Kaiser Karl V. ihr Bekenntnis, die sog. Confessio Augustana.
    1531 Erstmals wird in Frankfurt das Abendmahl in beiderlei Gestalt gehalten.    
    1533 Der Rat beschließt, die Messe und andere Zeremonien bis zu einem künftigen Konzil einzustellen.    
1550 Ein Edikt Kaiser Karl V. für die Niederlande richtet sich gegen die ketzerische Lehre Martin Luthers. Die Abwanderung der Lutheraner beginnt.        
    1554-1561 Valérand Poullain predigt auf Französisch in der Weißfrauenkirche, gerät aber wegen seines reformierten Standpunktes in Streit mit dem Magistrat.    
1567 Der Nachfolger Karl V., der Spanier Philipp II., schickt den Herzog von Alba mit großer Streitmacht in die Niederlande, um die neue Lehre auszurotten. Viele Lutheraner sterben in Kerkern und auf Scheiterhaufen. 1567 Ankunft der ersten Exilanten aus Antwerpen in Frankfurt.    
    1570 Die ersten Lutheraner aus Antwerpen erhalten das Bürgerrecht in Frankfurt.    
1576 Antwerpen wird durch spanische Soldaten geplündert und gebrandschatzt.        
1578 Religionsfrieden von Antwerpen bringt nur vorübergehend Beruhigung.        
1585, August Antwerpen kapituliert vor den Truppen des Herzogs von Parma. Alle Evangelischen in Antwerpen erhalten vier Jahre Bedenkzeit, ihr Bekenntnis zu widerrufen. Massenflucht aus Antwerpen.        
Niederländische Gemeinde A.C./ Église Françoise zu Frankfurt am Main Ereignisse in Frankfurt am Main Ereignisse in Deutschland und der Welt
1585, 31. Mai (am 2. Pfingsttag): „Die fremden Augsburgischen Confessions-Verwandten, die aus den Niederlanden in diese Stadt [Frankfurt] gekommen sind“ stiften einen Almosenkasten.

1585, 28. September Supplication der Niederländischen Bürger und Beisassen Augsburger Confession, einen französischen Prediger, insbesondere Cassiodorus Reinius, anstellen zu dürfen. Der Rat lehnt das Gesuch ab.
1585 Herbstmesse: Ursprung der Frankfurter Börse, markiert durch ein Gesuch von oberdeutschen und zwölf Frankfurter Kaufleuten, unter ihnen der ursprünglich aus Antwerpen stammende Lutheraner Michael Bode. Der Rat beauftragt eine Versammlung von Kaufleuten mit der Feststellung der Münzkurse.    
1593, 10. Januar Der luther. Prediger Anton Sairray [Serrarius, Cerrarius] († 1616) aus dem württembergischen Héricourt [heute im Dep. Doubs, Frankreich] hält eine Probepredigt und wird vom Rat der Stadt als Prediger für die Niederländer angenommen.        
1597 Ergänzung des Stiftungsbriefes.        
    1605 Die Versammlung der Kaufleute wird erstmalig als Börse bezeichnet. Die lutherischen Kaufleute aus Antwerpen haben inzwischen die Führung beim Geld- und Wechselgeschäft übernommen.    
    um 1667 Spener beginnt seine Wirksamkeit in Frankfurt am Main.    
1674 1. Auflage des Gesangbuches der „Église Françoise“.        
1683 2. Auflage des Gesang-, Evangelien-, Konfessions- und Gebetbuches der „Église Françoise qui est a Francfourt sur le Mein“.        
1716 Neufassung der Statuten.        
    1717 Georg Friedrich Telemann Musikdirektor in Frankfurt.    
1725 erscheint die „Historische Nachricht der [...] Evangelischen Lutherischen Gemeinde in Antorff [Antwerpen] und der daraus enstandenen Niederländischen Gemeinde Augspurgischer Confession“ von Johannes Lehnemann, die erste gedruckte Geschichte der Ndl. Gemeinde.

Ab 1725 Führung des Generalregisters der N.G.A.C.
       
1740 6. und letzte Ausgabe des Gesangbuches der „Église Françoise“.        
    1749, 28. August Johann Wolfgang Goethe wird im Großen Hirschgraben geboren, vier Häuser entfernt vom Andreae'schen Anwesen (dem späteren Waisenhaus der N.G.A.C.).    
1778, 22. Mai/6. Sept. Die Witwe des Schöffen Johann Benjamin Andreae (1705-1778) Magdalena Margarethe Andreae (1707-1787) verw. Klotz, geb. Burgk, vermacht testamentarisch ihr Haus im Großen Hirschgraben F 68, neu Nr. 13, sowie den größten Teil ihres Vermögens von 225.000 fl. der Niederländischen Gemeinde, v.a. zum Zweck der Errichtung eines Waisenhauses für Kinder „hier [in Frankfurt] verburgerten honneten aber verarmten Eltern Evangelisch-Lutherischer Religion.“        
    1781, 17. Febr. Baumängel an der Barfüßerkirche, in der alle großen kirchlichen Amtshandlungen der Niederländer stattfinden. Der ältere Bürgermeister zeigt in seiner Eigenschaft als Senior des Kastenamtes dem Senate Baumängel im Gewölbe der Barfüsserkirche an.    
        1785, 19. Sept. Der Hamburger Rat erläßt sein Toleranzedikt, das den Reformierten und den Katholiken die ungestörte Religionsausübung und die Errichtung von Gotteshäusern, allerdings ohne Glockentürme, oder sonstige Kennzeichen zugesteht.
    1786 Der Frankfurter Rat gestattet, beeinflusst durch die Vorgänge in der „Schwesterstadt Hamburg“, den Deutsch-Reformierten sowie den Französisch-Reformierten die Errichtung von Bethäusern innerhalb der Stadtmauern Frankfurts, ebenfalls ohne Türme und Glocken.

1786, 21. Aug. Die bürgerlichen Kollegien stimmen, nach anfänglicher Opposition, dem Vorschlag des Rates dem Abriss der Barfüßerkirche zu. Der Abriss ist 1787 vollendet.
   
    1787, 23. Dezember Der Prediger der französisch- reformierten Gemeinde hält die erste obrigkeitlich gestattete französisch-reformierte Predigt innerhalb Frankfurts seit Schließung der französisch reformierten Gottesdienste in der Weißfrauenkirche 1561.    
1788, 13. November Der Pfarrer Ehrenreich Reichard, 17. in der Reihe der „Deutsch- und Französischen Prediger“ an der Weißfrauenkirche, stirbt. Seine Stelle wird nicht neu besetzt.        
    1789, Frühjahr Baubeginn der anstelle der alten Barfüsserkirche zu errichtenden neuen Evangelischen Hauptkirche, der späteren Paulskirche.    
        1792, 1. März Tod Kaiser Leopolds II.
    1792, 8. März Der Rat beginnt mit den Vorbereitungen für die bevorstehende (letzte) Kaiserwahl und –krönung des Hl. Röm. Reiches Dt. Nation. Das Procedere erreicht am 5. Juli mit dem Wahltag, am 14. Juli mit der Krönung Kaiser Franz II. und am 16. Juli mit der Huldigung durch die Bürgerschaft seine Höhepunkte.    
        1806 Kaiser Franz II. legt die Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder.
    1815-1866 Frankfurt Sitz des Deutschen Bundes.    
1838 Pläne zur Wiederanstellung eines eigenen französischen Predigers zerschlagen sich. Statutenänderung.        
    1830 Nachdem der Neubau der Ev. Hauptkirche über ein Vierteljahrhundert als Ruine gestanden hat, beginnen die Arbeiten zur Vollendung der Kirche.    
    1834, 9. Juni Einweihung der Paulskirche.    
        1848, 31. März bis 3. April Das deutsche Vorparlament tagt in der Paulskirche. Am 18. Mai halten die gewählten Volksvertreter in der Paulskirche Einzug.
1865 Die Niederländische Gemeinde veräußert ihr Anwesen im Hirschgraben und erwirbt in der Seilerstraße 18. ein neues Gebäude für ihre Waisenanstalt und als Versammlungsstätte.        
    1866, 16. Juli Besetzung Frankfurts durch preußische Truppen.

1866, 26. Juli 6000 Frankfurter Bürger geben am frühen Morgen um 4:30 Uhr dem durch Freitod aus dem Leben geschiedenen letzten Bürgermeister der Freien Stadt Frankfurt, Karl Konstanz Viktor Fellner (* 24. Juli 1807, † 24. Juli 1866), das letzte Geleit. Fellner gehörte sowohl durch sein Elternhaus wie auch durch seine Ehefrau zur Ndl. Gemeinde.
   
1876 Satzungsänderung: Frankfurter Bürgerrecht nicht mehr Mitgliedsvoraussetzung.        
1909 Mitgliederzahl erreicht mit etwa 1600 Mitgliedern ihren historischen Höchststand.        
        1914-1918 Weltkrieg.
1923 Die Waisenanstalt kann wegen der Geldentwertung keine neuen Zöglinge mehr aufnehmen und wird abgewickelt. Das Haus Seilerstraße dient nur noch als Geschäftsstelle und wird im übrigen vermietet.        
1935 350-Jahrfeier der N.G.A.C. in der Weißfrauenkirche zu Frankfurt.        
1944 Wegen des Krieges findet keine Generalversammlung mehr statt. 1944, 22. März Die Weißfrauenkirche brennt nach einem Bombenangriff bis auf die Außenmauern aus. Frankfurts historischer Stadtkern, einer der größten und am besten erhaltenen Altstädte Deutschlands, ist zerstört.    
     1945, 19. März, 16 Uhr (Gründonnerstag): Der Amerikanische Sender verkündet die Einnahme Frankfurts.    
    1947, 6. Februar Beschluss des Wiederaufbaus der Paulskirche.

1947, 13. September Die Alte Mainbrücke kann wieder benutzt werden.

1947/1948 Maßnahmen zur Sicherung der Ruine der Weißfrauenkirche.
1947, 25. Juni Eröffnungssitzung des Wirtschaftsrates des „Vereinigten WIrtschaftsgebietes“ in Frankfurt.
    1948, 18. Mai Wiedereröffnung der Paulskirche. 1948, 18. Juni Währungsreform.
    1950 Die Katharinenkirche wird Evangelische Hauptkirche anstelle der Paulskirche. Die Wiederherstellung der Paulskirche erfolgt bis 1954.    
    1949 Thomas Mann erhält den Goethepreis in der Paulskirche (25. Juli).
Das Goethehaus wird wieder eingeweiht.
Die erste Buchmesse seit 1945 findet statt
1949, 8. Mai Der Parlamentarische Rat stimmt über das Grundgesetz ab und entscheidet sich gegen Frankfurt a. M. für Bonn als vorläufigen Sitz der Bundesregierung
    1952, 15. Mai Grundsteinlegung zur Bebauung des Altstadtgeländes südlich der Zeil, zu den Planungszielen gehört der Ausbau Frankfurts als autogerechte Stadt. Die Ev. Kirche schließt einen Vertrag mit der Stadt, der auf Wiederaufbau der Weißfrauenkirche verzichtet.    
    1953, März-Juni Die Ruinen der Weißfrauenkirche werden für den Bau der Berliner Straße beseitigt.    
    1955 Adolf Gran, ehemaliger Direktor der Degussa, vermacht der N.G.A.C. sein Vermögen.    
1956 Die Niederländische Gemeinde bestallt ihren letzten hauptamtlichen Geschäftsführer (Otto Schaumann). 1956 Neubau einer Weißfrauenkirche in der Gutleutstraße im Bahnhofsviertel, damals bürgerliches Wohnviertel mit ca. 10.000 protestantischen Christen. Einige Grabsteine aus der alten Kirche werden am Neubau aufgestellt.

1956, 8. August Deutscher Evangelischer Kirchentag in Frankfurt.
   
    1964, 10. Juni Die Frankfurter Goethe-Universität begeht ihr 50-jähriges Jubiläum; die Professoren noch in Talaren. 1964 Die Zahl der „Gastarbeiter“ in Deutschland steigt erstmals über 1 Million.
1965 Wegen „Stadtsanierung und Straßenerweiterung“ muss das Gemeindehaus in der Seilerstraße 18 aufgegeben werden. 1965, 16. Juni Grundsteinlegung des Terminal Mitte am Frankfurter Flughafen, der für mehr als ein halbes Jahrzehnt Europas größte Baustelle wurde.    
1969/1971 Das spätklassizistische Mietshaus Oberweg 16 wird erworben und umgebaut. Hier befinden sich die Gemeinderäume und einige Mietwohnungen.        
    1972, 14. März Eröffnung des neuen „Terminals Mitte“ auf dem Frankfurter Flughafen.    
1973 Mit Gunhild Utsch-Wiebelitz wid erstmals in der Geschichte der N.G.A.C. eine Frau in den Vorstand der Gemeinde gewählt.        
1977 Ein modernes Emblem wird gestiftet. Es zeigt ein Ankerkreuz, in dessen Winkeln die Abkürzung der Niederländischen Gemeinde als Majuskeln N,G,A und C zu lesen sind. Das historische Gemeindesiegel aus dem 16. Jahrhundert - ein Lamm über dem aufgeschlagenen und mit sieben Siegeln versehenen „Evangelium Iesu Christi“ - findet vorerst keine Verwendung mehr.        
    1978, 7. Dezember Richtfest beim Wiederaufbau der Alten Oper.    
    1981-1984 Die „Startbahn West“ des Frankfurter Flughafens wird gebaut.    
    1984, 24. November Einweihung der nach historischem Vorbild teil-rekonstruierten Ostzeile des Römerberges.    
1985 Festakt zum 400-jährigen Bestehen der N.G.A.C. in Arnoldsheim am Taunus, Gedenkmedaille und Ausstellung im Stadtarchiv. Das Stadtarchiv übernimmt einen ersten Teil der Gemeindearchivalien.        
1980er und 1990er Jahre Mitgliederschwund läßt ein „Aussterben“ der Gemeinde in den Bereich des Möglichen rücken.        
    1987 Evangelischer Kirchentag in Frankfurt.    
        1989 Fall der Mauer.
    1995 Erstmals seit der Reformation gibt es mehr Katholiken als Protestanten in Frankfurt.    
1998, 12. August Das Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt die Stiftung „Niederländische Gemeinde Augsburger Confession“, die an die Stelle des Almosenkastens treten soll.

1998, 21. November Überführung des Gemeindevermögens in die neu errichtete Stiftung.
    1998 Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt a. M. wird gegründet.
    1999 Beginn erster Maßnahmen zur Renovierung des Peterskirchhofes, eines der wenigen erhaltenen Erinnerungsorte der Niederländischen Gemeinde. 1999 Einführung des Euro als Buchgeld.
2002 Schließung der Geschäftsstelle und der Gemeinderäume im Oberweg, Übergabe des historischen Inventars, darunter historische Portraits und barocke Möbel, als Dauerleihgaben an das Historische Museum Frankfurt. Das Institut für Stadtgeschichte erhält die restlichen Archivalien. Umbau der Wohnung zur Vermietung.     2002, 1. Januar Einführung von Euro-Bargeld
    2003 Statistische Daten zur konfessionellen Struktur Frankfurts um 2003: Unter den etwa 650.000 Einwohnern Frankfurts sank die Zahl der Evangelischen zwischen 1995 und 2002 von 220.000 auf 166.700, die der Katholiken von 206.100 auf 170.300. (Juden 2004: 7.161; Moslems: k.A.)    
    2004 Der Nachkriegsneubau der Weißfrauenkirche im Bahnhofsviertel wird wegen Mitgliederschwunds als Gemeindekirche entbehrlich. Als sog. Diakoniekirche erprobt sie neue Arbeitsfelder.    
2005 Satzungsänderung. Die N.G.A.C. verzichtet auf das Erfordernis der evangelisch-lutherischen Konfession als Mitgliedsvoraussetzung. Mitglieder können seither auch Personen sein, die keiner der christlichen Konfessionen angehören, sich aber einem christlichen Menschenbild verbunden fühlen. 2005 Ausstellung "Glaube – Macht – Kunst" über die Einwanderung protestantischer Glaubensflüchtlinge aus den Spanischen Niederlanden im 16. Jhd. (Historisches Museum Frankfurt).    
2006 Zur Vorbereitung des 425-jährigen Jubiläums der Niederländischen Gemeinde im Jahre 2010 initiiert die Stiftung gemeinsam mit der Frankfurter Bürgerstiftung die Erforschung der Geschichte der Niederländischen Gemeinde.        
2007 Beginn umfangreicher Recherchearbeiten der Geschäftsstelle zu den heutigen Nachfahren historischer Gemeindemitglieder. 2007 Ausstellung "Blickwechsel – Frankfurter Frauenzimmer um 1800", in der auch das Wirken der Stifterin Margarethe Andreae dargestellt wird (Historisches Museum Frankfurt).    
2008 Eröffnung der Website der N.G.A.C. und ihrer Stiftung. 2008 Die Stadt Frankfurt eröffnet eine Stiftungsdatenbank aller in der Stadt etablierten Stiftungen.