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Die Niederländische Gemeinde Augsburger Confession

Willkommen auf den Seiten der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession!

Auf dieser und den folgenden Seiten können Sie sich über Geschichte und Wirken der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession durch die Zeit informieren. Hier finden Sie auch Informationen zur Mitgliedschaft in der NGAC, sowie die Gemeindesatzung.

Einführung

Die 1585 von Glaubensflüchtlingen aus Antwerpen konstituierte Niederländische Gemeinde Augsburger Confession ist heute eine der ältesten Vereinigungen in Frankfurt am Main. Voraussetzung für ihre Mitgliedschaft sind Geburt oder Heirat im Kreis der Nachkommen der Stifter und der ehemaligen Mitglieder. Gegründet wurde sie nicht als Kirchengemeinde, sondern als mitgliedschaftlich verfasster Almosenkasten.

Die im 16. Jahrhundert nach Frankfurt übergesiedelten evangelisch-lutherischen Christen Antwerpens hatten in ihrer Heimat eine eigene Kirchengemeinde gebildet.


Siegel der NGAC
Das Siegel ihrer alten Gemeinde, dessen Stempel die Flüchtlinge von der Schelde an den Main mitgenommen hatten, wurde in Frankfurt von Anfang an als Erkennungszeichen des neuen Almosenkastens  geführt. Es zeigt das in der Offenbarung des Johannes, Kapitel 5, geschilderte Lamm, das ein Buch mit sieben Siegeln hält. Die Umschrift lautet in deutscher Übersetzung: „Siegel der evangelischen Kirche Augsburger Confession in der Stadt Antwerpen". Die frühneuzeitliche Kirchenpolitik Frankfurts verwehrte es den niederländischen bzw. belgischen Flüchtlingen, eine rechtlich eigenständige Kirchengemeinde weiterzuführen, obwohl ihnen anderseits unter der Aufsicht des Rates über fast 200 Jahre ein besonderer Gottesdienst gewährt wurde. Beide Institutionen, Almosenkasten und Gottesdienst, gehörten zusammen. Rechtlich unabhängig waren die Niederländer aber lediglich in ihrer Armenpflege. So wurde der Almosenkasten zum Kristallisationspunkt der niederländischen Tradition.

Von Anbeginn hatte die Niederländische Gemeinde in erster Linie karitative Aufgaben. Ihre Mitglieder gaben regelmäßig Spenden zum Besten armer Landsleute. Waren die Mitglieder einerseits zu Gaben verpflichtet, so gehörten sie anderseits zu den Berechtigten dieser, wie es in älteren Statuten heißt „obrigkeitlich anerkannte[n], die Rechte einer moralischen Person genießenden Privatgesellschaft von evangelisch-lutherischen Glaubensgenossen." Das für wohltätige Zwecke gesammelte Vermögen stand bis zum Jahre 1998, als es in die Rechtsform einer Stiftung überführt wurde, allen eingeschriebenen Mitgliedern und deren zur Aufnahme befähigten ehelichen Nachkommen in ungeteilter Gemeinschaft zu.  Von ihrer Tradition her ist die Niederländische Gemeinde sowohl eine Solidargenossenschaft, die gemeinsam ein Versorgungsinstitut unterhält, wie auch eine Nachkommen- und Erinnerungsgemeinschaft, welche die  familiären Verzweigungen ihrer Angehörigen seit Jahrhunderten in einer Matrikel verzeichnet.

Die Zugehörigkeit zur Niederländischen Gemeinde bedeutet nach dem Verständnis der meisten ihrer Angehörigen mehr als die Mitgliedschaft im Sponsorenkreis zeitgenössischer Wohltätigkeitsstiftungen oder die Anwartschaft auf Unterstützungsleistungen im Falle persönlicher Not. Einst aus den Reihen von Flüchtlingen gestiftet, ist die Niederländische Gemeinde heute ein Inbegriff der reichsstädtischen Bürgertradition Frankfurts am Main, denn im Prozess verwandtschaftlicher Verflechtung ergaben sich für die meisten führenden lutherischen Familien Frankfurts Bezüge zur Niederländischen Gemeinde. So ist sie zu einem Sammelpunkt Alt-Frankfurter Bürgertums geworden. Das Wirken als Vorsteher oder Diakon der Niederländischen Gemeinde gehört zum Lebenslauf zahlreicher namhafter Frankfurter Persönlichkeiten.

Die Niederländische Gemeinde A.C. feierte im Jahre 2010 ihr 425-jähriges Jubiläum. Wir laden Sie ein, uns und unsere Geschichte kennen zu lernen! Nicht wenige Leser dieser Webseite werden unter den aufgelisteten Vorstehern eigene Vorfahren entdecken. Das sogenannte Recht zur Gemeinde steht mehr Menschen offen, als man zunächst denkt.

Aktuelles

Die nächsten Termine:
24. September 2016:           Vortrag von Martin Jhering im Holzhausenschlösschen
30. September 2017:           Vortrag von Martin Jhering im Holzhausenschlösschen